Heilerziehungspfleger
Olaf (24) will keinen anderen Beruf
„Durch ein Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung bin ich auf die Idee gekommen, Heilerziehungspfleger zu werden. Ich hätte mir diesen Beruf für mich vorher nicht vorstellen können, aber heute würde ich nichts anderes mehr tun wollen! In meiner Wohngruppe betreue ich Erwachsene und helfe ihnen, ihren Alltag zu gestalten und sie in ihrem Tun zu unterstützen. Wir haben meist viel Spaß miteinander. Jeder hat seine Eigenheiten, Macken und Gewohnheiten - auch meine Damen und Herren! Eben irgendwie alles ganz normal! Doch was ist schon „normal“?!“
- Was macht ein Heilerziehungspfleger?
Er kümmert sich um Menschen, die geistige oder körperliche Behinderungen haben. Er arbeitet in einem Heim, in besonderen WGs mit Betreuung, beim ambulanten Pflegedienst, in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen oder auch in einem integrativen Kindergarten, wo Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne Behinderungen zusammen spielen. Ein Heilerziehungspfleger macht viel mehr als Pflegen: Er spielt oder malt mit den Menschen, macht mit ihnen Sport oder hilft ihnen den Haushalt zu managen. Mehr zu den Aufgaben eines Heilerziehungspflegers findest du hier: www.hep-bundesverband.de
- Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung?
Die Bedingungen sind in allen Bundesländern unterschiedlich. In der Regel solltest du einen Realschulabschluss haben. Außerdem musst du schon ein Jahr lang im sozialpädagogischen Bereich gearbeitet haben, zum Beispiel im Zivildienst, im Freiwilligen Sozialen Jahr oder bei einem Jahrespraktikum. Ein Hauptschulabschluss reicht, wenn du schon eine Ausbildung gemacht hast. (Zum Beispiel die einjährige Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer, die auch Hauptschülern offen steht.) Vor der Ausbildung musst du ein ärztliches Attest abgeben, in dem steht, dass du gesund bist. Außerdem verlangen viele Ausbilder, dass du mindestens 18 Jahre alt bist. Meistens musst du ein Führungszeugnis vorlegen, in dem steht, dass du keine Straftaten begangen hast. Dieses Dokument bekommst du im Rathaus deiner Stadt oder Gemeinde.
- Wie läuft die Ausbildung ab?
Die Ausbildung ist eine Schulausbildung. In manchen Bundesländern macht man während dieser Schulzeit mehrere längere Praktika, die sich übers Schuljahr verteilen. In anderen Bundesländern geht man erst mal zur Schule und lernt die Theorie, und danach steht ein gut einjähriges Praktikum auf dem Programm.
- Wie lange dauert die Ausbildung?
Drei Jahre. Manchmal kann man auch eine Teilzeit-Ausbildung machen, die dauert dann meistens 4,5 Jahre. Zum Abschluss musst du eine schriftliche und eine mündliche Prüfung bestehen. Außerdem musst du ganz praktisch zeigen, wie du Menschen pflegst und betreust. Danach darfst du dich „staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger“ nennen.
- Wo kann ich mich bewerben?
An allen Fachschulen für Heilerziehungspflege. Eine lange Liste mit den Adressen findest du hier: www.lelafe.de. Außerdem solltest du dich schon mal um einen Platz für den praktischen Teil kümmern, das erhöht nämlich deine Chancen bei der Bewerbung!
- Wie sieht es mit dem Verdienst aus?
Weil die Ausbildung eine schulische Ausbildung ist, verdienst du leider erst mal gar nichts. Darum ist es sinnvoll, Bafög (also Geld vom Staat für deine Ausbildung) zu beantragen, wie das geht, erfährst du hier:www.bmbf.de Nach der Ausbildung verdient ein Heilerziehungspfleger zwischen 1.300 und 2.000 Euro – je nach Bundesland.
- Und nach der Ausbildung?
Es gibt viele mögliche Einsatzgebietefür Heilerziehungspfleger (siehe oben). Manche machen sich aber auch selbstständig und gründen einen eigenen ambulanten Pflegedienst und betreuen dann behinderte Menschen in ihrem Zuhause.
- Wo finde ich noch mehr Informationen?
Der Berufsverband Heilerziehungspflege hat alle wichtigen Infos zusammen gestellt: www.hep-bundesverband.de
Im Forum für Heilerziehungspfleger kannst du Auszubildende und fertige Heilerziehungspfleger mit deinen Fragen löchern: www.hep-forum.eu/
Eine Adressenliste mit allen Fachschulen für Heilerziehungspflege gibt es hier: www.lelafe.de/adressen
Tipp: Eine tolle Möglichkeit zum Reinschnuppern ist ein Praktikum oder auch ein Freiwilliges Soziales Jahr. Viele nutzen auch den Zivildienst dafür, das Berufsfeld der Heilerziehungspflege kennen zu lernen, denn in vielen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen gibt es Stellen für Zivis. Oft bist du dort auch als ehrenamtlicher Helfer willkommen. Frag doch einfach mal bei der Leitung nach!













