Simeon unterstützt Frauen auf Sansibar
Name: Simeon
Alter: 20
Wohnort: im Moment: Sansibar
Beruf: Freiwilliger Entwicklungshelfer
Mein Vorbild: der Architekt Daniel Libeskind
Meine Hobbys: Ski fahren, Mountainbiking, Architektur, moderne Kunst, Reisen
Meine Musik: Alles von Klassik bis Hip Hop, besonders gerne Red Hot Chilli Peppers und System of a Down
Mein Lieblingsfilm: "Face off", "The Rock", "Auf der anderen Seite"
Mein Lieblingsbuch: "Der Teil und das Ganze - Gespräche im Umkreis der Atomphysik" von Werner Heisenberg
Mein Lieblingsessen: Spargel
Da engagiere ich mich / Da mache ich mit:
Seit August engagiere ich mich im Rahmen von "Weltwärts" auf Sansibar in Tansania. Die 12 Monate Volontärszeit werden mir als Wehrersatzdienst angerechnet. Zusammen mit der Deutsch‐Tansanischen Partnerschaft e.V., die seit einigen Jahren ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Tansania organisiert und seit diesem Jahr (Jahrgang 08/09) ins "Weltwärts"‐Programm der Deutschen Bundesregierung aufgenommen wurde, bin ich in einem kleinen Dorf auf der Insel Sansibar im Indischen Ozean gelandet. Hier auf Sansibar arbeite ich in einer Frauenkooperative namens "Moto", was soviel bedeutet wie Hitze oder Feuer. Die etwa 300 Frauen in den 16 Kooperativen produzieren Fashionprodukte aus den Blättern der Dattelpalme. Ich unterstütze die Frauen dadurch, dass ich mich in Ihrem Namen um den Verkauf und das Marketing der Produkte kümmere, ein kleines Museum wieder herrichte, den Laden für die Touristen attraktiv gestalte und die Rennerei zu Tourveranstaltern und Hotels erledige, die Kunde von "Moto" sind. Ebenso kümmere ich mich um Werbematerialien und mehr Kunden, um ihnen einen Einblick in das traditionelle Kunsthandwerksgewerbe bieten zu können.
Mir ist dabei besonders wichtig...
Hier möchte ich kurz von persönlichen Prioritäten berichten, die mir wichtig sind, aber auch kurz darauf aufmerksam machen, dass es durchaus Dinge gibt die ich für wichtig erhalte, die nicht unmittelbar etwas mit mir zu tun haben. Am wichtigsten erscheint mir an meinem Tansaniaaufenthalt der Kulturaustausch, der meiner Meinung nach ein riesiges Potential besitzt. Voneinander zu lernen und versuchen zu verstehen. Hier bietet sich die Chance, Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede zu entdecken, davon zu lernen und zu profitieren, oder sich zu distanzieren. Respekt und Toleranz sind hier meine Stichworte. Solange ein gleichberechtigter Austausch auf menschlicher, nicht auf materieller Ebene, da dies so gut wie unmöglich ist, stattfindet, kann man unglaublich viel über das Land erfahren. Man selbst kann eigentlich nur gewinnen durch den Reichtum der Erfahrungen, die sich im Laufe der Zeit ergeben. Seien es Gute oder Schlechte. Es sind Erfahrungen aus denen man gewiss seine Lehren ziehen wird. Ebenso wichtig wie die Erfahrungen selbst ist es mir, diese in der Heimat zu kommunizieren und so die Menschen einzubeziehen, die nicht die Möglichkeit haben oder hatten, auf diese Weise die Heimat zu verlassen. Abgesehen von dem persönlichen Profit, den ich zweifelsohne aus diesem Jahr ziehen werde, gibt es auch hier, in der fremden Kultur Dringlichkeiten, die nichts mit mir zu tun habe, denen ich mich aber stellen muss oder darf. Gemeint sind soziale Verbindlichkeiten, die einen ganz anderen Charakter haben können als wir es gewohnt sind. Es können aber auch die Allgemeinheit betreffende Probleme, wie Arbeit, Umweltschutz oder der Müll sein, wo ich es für wichtig erachte mich zu engagieren.
Das macht mir daran Spaß:
Ich habe große Freude daran jeden Tag etwas Neues zu entdecken, neues dazu zu lernen und neue Menschen zu treffen. Mit ihnen zu arbeiten und dabei Spaß zu haben und mich sogar mit ihnen zu befreunden und so ein Netzwerk von Freunden und Partnern über die ganze Welt aufzubauen. Aber auch das Gefühl nicht unnütz zu sein und in seinem Tun von verschiedenen Seiten bestärkt zu werden, kann ein Zustand erzeugen, den man vielleicht mit „Spaß“ beschreiben kann. Ich möchte hier dennoch einen kurzen Unterschied zum „Konsumspaß“ (z.B. Jahrmarkt, Strandurlaub…) benennen. Meine Tage sind gefüllt mit erfüllender Arbeit, sodass ich nicht einmal auf die Uhr schauen muss, oder meine Arbeitszeit abrechnen. Darüber kann ich mich glücklich schätzen!
Das nervt mich manchmal:
Mit gewissen Dingen muss ich noch lernen mich zurecht zu finden. Das größte Reizpotential liegt in der Zeit. Als absolute Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit gewohnter Deutscher wurde ich schon des Öfteren vor den Kopf gestoßen, als ausgemachte Verbindlichkeiten und Termine nicht eingehalten wurden. Ebenso leid bin ich die Versuche sämtlicher Straßenhändler dich anzuquatschen und über den Tisch zu ziehen. Als Weißer ist man hier nun mal steinreich – was im übrigen viele Touristen hier auch wirklich sind – und das versuchen viele hier mit aller Vehemenz auszunutzen. Ansonsten komme ich mit der Bevölkerung aber sehr gut klar, man muss sich einfach die Zeit nehmen und quatschen, dann entpuppt sich meist auch der Zudringlichste unter ihnen als witziger, gesprächiger Kumpel.
Mein sozialer Einsatz bringt mir was, und zwar:
Abgesehen von den oben genannten Vorzügen die ich hier gewinne, bringt mir mein Engagement in jeder Bewerbung einen großen Vorteil. Auslandserfahrungen, soziales Engagement, kombiniert mit selbstständigem Arbeiten, schult verschiedene Kompetenzen wie Belastbarkeit, Kreativität und Teamfähigkeit und erleichtert mir so Zugang zu Hochschulen und Arbeitsmarkt. Daneben lerne ich andere Seiten von mir und meine Grenzen und Möglichkeiten besser kennen und kann sie im besten Fall erweitern.
So bin ich darauf gekommen...
Ich wusste schon lange, dass ich nicht zum Bund gehen möchte. Für mich war ebenso klar, dass ich meinen Zivi nicht in Deutschland machen möchte, sondern weitere Auslandserfahrungen sammeln möchte, da ich schon vor einigen Jahren eine gute Zeit im Ausland verbracht habe. Ich suchte eine neue Herausforderung, am liebsten in Afrika. Über Afrika hatte ich schon viele eindrückliche Dinge gehört und nun zog es mich hinaus.
Anderen Jungs möchte ich sagen:
Mit einem bisschen Selbstvertrauen und Mut kann man viel bewegen und Projekte und Träume lassen sich realisieren. Wenn man seine persönlichen Grenzen, aber auch seine Möglichkeiten gut kennt und smart einsetzt, kann man für fast jede Sache der Welt Unterstützung gewinnen. Versuche deine Freunde und die Öffentlichkeit von der Richtigkeit deiner Initiative zu überzeugen. Und wenn du nicht weist für was du dich engagieren kannst, gibt es genug Menschen die sich über Hilfe und Unterstützung freuen und sich in ihrem Tun wiederum bestätigt fühlen und Kraft und Mut für die Zukunft schöpfen. Engagement zahlt sich aus!













